Zum Tod von Kurt Wanski (1922 – 2012) 

Fast jeder im Berliner Nord-Osten kannte ihn. Wer Ohren hat zum Hören und Augen zum Sehen.
Im modernen Sinne war Kurt Wanski ein Entertainer der Straße, ein Musikant und Spieler und darüber hinaus ein leidenschaftlicher Zeichner.

Am 26. April 1922 in Altglienicke geboren war sein Leben auf Berlin und seine nächste Umgebung beschränkt. Vom Kinderheim angefangen hat Kurt Wanski sein Leben fast ausschließlich in Anstalten zugebracht, vor allem in Nervenheilstätten - in die er als „Oligophrener mit dissozialen Tendenzen“ eingewiesen wurde - und deren letzte das St.-Joseph-Stift in Weißensee wurde.

Insbesondere wurde Kurt Wanski als Zeichner gefeiert.
Wann er mit dem Zeichnen begann, ist nicht bekannt. Mit der Unbestechlichkeit eines Kindes, die gepaart war mit der Erfahrung des erwachsenen Mannes entwarf Kurt Wanski sein eigenes wundervolles Bild von der Welt immer wieder neu.
Diese Welt war lebendig und sie drehte sich vor uns wie nach einem geheimnisvollen Plan.

Es war die große Gabe des Kurt Wanski, ein wahrer, ein echter Künstler zu sein und uns teilhaben zu lassen an seiner Show.
Und es lag an jedem selbst ihm zu folgen zu den Ursprüngen von Kreativität und Phantasie, sich hineinzubegeben in seine obskuren Darstellungen irdischer Verwicklungen, um vielleicht eigene Verwunderung zu erfahren.
Dafür danken wir ihm sehr.

Am 16. August 2012 ist Kurt Wanski 90-jährig gestorben.
 
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Autor
Jürgen Köhler 
Datum
2012-08-23 
Quelle
Internetseite der Galerie Pankow 
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